Supply Chain Recovery: Masterplan für die Zeit nach der Krise

Supply Chain Recovery: Masterplan für die Zeit nach der Krise

Von Stefan Treiber, Geschäftsführer candidus Management Consulting

 

Durch die Covid-19-Krise treten bereits bestehende Schwachstellen in den Unternehmen schneller, schärfer und mit gravierenden Folgen zutage. Die Ungewissheit auf der Zeitschiene durch kurzfristige politische Vorgaben bringt zusätzliche Komplexität in die Supply Chain. Doch es zeigen sich zaghaft erste positive Signale. Die Unternehmen, die nach der Krise richtig und gut aufgestellt sind, die fähig sind, agil und effizient vom Krisen- in den Zukunftsmodus umzuschalten, werden die negativen Auswirkungen schnell und nachhaltig überwinden können.

 

Kurzfristig ist es nötig, die Supply Chain während der Krise abzusichern und notwendige und wirksame Anpassungen schnell und klar einzuleiten. Gleichzeitig müssen jedoch Maßnahmen vorbereitet werden, um nach der Krise schnell wieder „auf Touren“ zu kommen. Die Herausforderungen in der Krise, werden dazu beitragen, notwendige, bisher möglicherweise vernachlässigte Weiterentwicklungen in verschiedenen Bereichen, zu beschleunigen. Insofern birgt die Krise die Chance, daraus Wettbewerbsvorteile zu erzielen – vorausgesetzt, es gelingt, Lessons Learned aus der aktuellen Situation abzuleiten, die zur Stärkung der Supply Chain beitragen.

 

Die Krise als Evolutionskatalysator

Die Herausforderungen im Supply Chain Management während der Krise sind klar: Die Mitarbeiter müssen geschützt und gleichzeitig die Arbeitsfähigkeit sichergestellt werden. Ebenso muss die Verfügbarkeit kritischer Materialien und Teile organisiert werden. Planungen und Budgets sind agil anzupassen, die Liquidität muss im Auge behalten werden. Diese hochdynamischen Planungsprozesse führen zu ganz neuen Herausforderungen an Tools und SCM Analytics. Die Planung muss Hand in Hand mit der Execution gehen. Umsetzungsstärke und Treffsicherheit werden somit wesentliche Erfolgsfaktoren. Daher ist Transparenz über die gesamte Supply Chain notwendig, um Risiken frühzeitig zu erkennen.

Die Krise zeigt, dass sich diese Herausforderungen am besten mit einer klaren und transparenten Führung meistern lassen, die auf offene und enge Kommunikation mit allen Stakeholdern setzt. Ein schlagkräftiges Krisenteam kann die verschiedenen Maßnahmen abstimmen und schnell umsetzen. Cross-funktionale Teams beweisen in der Krise ihre Umsetzungsstärke und werden dauerhaft starre Hierarchien ablösen. Darüber hinaus ist die Infrastruktur für Remote Work zu schaffen, denn die Krise verändert die Zusammenarbeit – jetzt und in Zukunft. Virtuelle Meetings und deren Effektivität werden zunehmen. Die Digitalisierung insgesamt wird sich weiter beschleunigen mit Fokus auf Automatisierung der Geschäftsprozesse.

 

Handlungsempfehlungen für ein Recovery Program

  1. Enger Austausch mit Kunden und Szenarien bilden

Wichtig ist jetzt, eine realistische Kundennachfrage zu ermitteln und in engen Zyklen zu planen. Dabei unterstützt die Arbeit mit Szenarien, aus denen fallspezifische Handlungsoptionen erarbeitet werden. Enger Austausch und transparente Kommunikation mit den Key Accounts sind hierbei wesentliche Erfolgsfaktoren.

  1. Lieferketten hinsichtlich Resilienz überprüfen und Materialverfügbarkeit absichern

Absolute Priorität genießen jetzt Lieferfähigkeit und Resilienz. Die Lieferketten werden vor dem Hintergrund der Krise neu bewertet. Eventuell müssen alternative Lieferanten gefunden werden. Auswahl und Qualifizierung erfordern jedoch Zeit. Lieferantenverträge sollten daher für die Übergangszeit angepasst werden, möglicherweise sind Sondervereinbarungen auszuhandeln.

  1. Produktionskapazitäten eng steuern und mögliche Störgrößen einplanen

Material- und Kapazitätsverfügbarkeit müssen in Einklang gebracht werden. Hier ist es sinnvoll, auf tägliche kurze Meetings zur Abstimmung zu setzen. Damit alles glatt läuft, empfiehlt es sich, in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat zu handeln, Betriebsvereinbarungen zu prüfen und wo nötig temporär anzupassen.

  1. Kommunikativ führen

Mitarbeiter machen sich während einer Krise immer Sorgen um das Unternehmen und ihren Arbeitsplatz. Deshalb sind eine konsistente und ehrliche Information und Kommunikation unerlässlich. Mitarbeiter, die sich gut informiert fühlen, arbeiten produktiver und engagierter. Incentives für ein erfolgreiches Recovery Program sind eine weitere Motivation für die Mitarbeiter.

  1. Cashflow eng managen und strategische Initiativen neu priorisieren

Working Capital und Kosten müssen aktiv und eng gemanagt werden. Klare Verantwortlichkeiten und Ziele sind dafür unabdingbar. Strategische Initiativen sind im Hinblick auf Chancen nach der Krise zu prüfen und gegebenenfalls neu auszurichten. Jede Initiative sollte ein klares Ziel verfolgen und einen messbaren Mehrwert bringen.

 

Weitblick in der Krise

Die Krise wird nicht von heute auf morgen enden. Vorschriften und Beschränkungen werden vermutlich nur schrittweise gelockert und wir kehren voraussichtlich erst im dritten Quartal in die „Normalität“ zurück. Dies vorausgesetzt, wird schon ab Juni ein erhöhter Ressourcenbedarf für die Vorbereitung und Durchführung der Aufholmaßnahmen erwartet. Darauf müssen sich die Unternehmen vorbereiten und die notwendigen Ressourcen im Voraus organisieren. Der Kunde wartet nicht. Das frühzeitige Vorbereiten und Anstoßen eines Recovery Program sichert hier Wettbewerbsvorteile und Kontinuität. Unser Recovery Scan zeigt Unternehmen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen und identifiziert die wichtigsten Handlungsfelder.

Die Maßnahmen aus dem Recovery Program müssen in ein Mittelfristprogramm münden.  Dazu gehört vor allem, ein neues Risikomanagement zu etablieren und unter Risikoaspekten das gesamte Operating Model kritisch zu hinterfragen. Wer die Krise nur unter kurzfristigen Aspekten managed und sich mit öffentlichen Unterstützungsprogrammen zufriedengibt, wird zu den Verlierern der Krise zählen. Wer zu den Gewinnern gehören möchte, muss jetzt seinen Masterplan für die Zeit nach der Krise aufsetzen.

 

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